Siehe auch den Blogpost Serials and FRBR.
1. Grundannahme: Bibliotheken sammeln und stellen Kopien bereit
In erster Linie haben Bibliotheken es nicht mit Originalen zu tun (es sei denn sie sammeln Manuskripte), sondern mit in Reihe hergestellten Produkten. Aus dieser maschinellen Herstellung von Serienprodukten und deren Übernahme in Sammlungen von Bibliotheken folgt: Jedes Exemplar der Sammlung einer Bibliothek (sei es ein gebundenes Buch in einem Regal oder ein E-Book auf einem Server) ist eine echte Kopie gleichwertiger Exemplare. D.h. es gibt keinen Unterschied zwischen den verschiedenen Exemplaren, der für die Aufgaben der Informationssammlung und -bereitstellung signifikant wäre. Eine Kopie ist - für die Zwecke der Informationssammlung und -bereitstellung - so gut wie jede andere.
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Hierin liegt auch der Grund dafür, dass kooperative Katalogisierung überhaupt Sinn ergibt. Würden Originale katalogisiert, müsste kein Austausch stattfinden.Frage: Was wird katalogisiert?
Es gibt mehrere Dinge, die ein Katalogeintrag beschreiben kann:
- Mengen von Kopien sind Mengen von für Informationszwecke gleichwertigen Exemplaren: z.B. eine Druckauflage, der "Typ" eines Buches, einer DVD, CD, eines mehrbändigen Lexikons als Einheit (z.B. die verschiedenen Auflagen des Brockhaus) etc. Der Katalogeintrag zu einem Typ ist ebenso die Beschreibung eines Typs wie eine Autoquartettkarte oder ein Wikipediaeintrag (vgl. Golf IV) einen Fahrzeugtyp beschreiben.
- Ein Exemplar ist die Instantiierung eines Typs (1.) und damit ein Exemplar aus einer Menge gleichwertiger Exemplare: Die Beschreibung eines Exemplars entsteht bspw. durch Ergänzung einer Inventarnummer, von Standortangabe und Signatur zu einer Beschreibung eines Typen.
- Mengen von Mengen gleichwertiger Kopien: Serien, Zeitschriften, aber z.B. auch ein mehrbändiges Lexikon als Menge unterschiedlicher Teile
Fortlaufende Sammelwerke lassen sich nicht in das WEMI-Modell einordnen
Die Klassifikation in Work, Expression, Manifestation, Item nach FRBR lässt sich nicht auf sämtliche katalogisierten Ressourcen in traditionellen Bibliothekskatalogen anwenden.
Fortlaufende Sammelwerke lassen sich nicht gemäß FRBR als Werk, Expression oder Manifestiation klassifizieren. Dies gilt eingeschränkt auch für mehrbändige nicht-fortlaufende Sammelwerke.
Mehrbändige fortlaufende Sammelwerke werden anders klassifiziert, die Bibliographic Ontology (BIBO) bietet etwa folgende Möglichkeiten der Klassifizierung:
Die hier gelieferte Klassifikation in Bibliothekskatalogen katalogisierter Ressourcen und die WEMI-Klassifizierung nach FRBR stehen somit nebeneinander und können nicht beide auf sämtliche bibliographische Ressourcen angewendet werden.

