- Erstellt von Carmen Sonntag, zuletzt aktualisiert am 12.09.2025 Lesedauer: 3 Minute(n)
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Dublin Core-Ingest
Ein Dublin Core (DC)-Ingest ist ein vergleichsweise einfaches Ingestverfahren, das sich zur Einlieferung von relativ simplen digitalen Ressourcen nach Rosetta eignet. Eingeliefert werden dabei nur deskriptive Metadaten in Dublin Core. Administrative oder strukturelle Metadaten können mit diesem Verfahren nicht mitgeliefert werden. Da die Daten deswegen nicht im LZV-System strukturiert werden können, kann nur eine Representation in Rosetta erstellt werden. Haben die Daten eine hierarchische Struktur, signifikante administrative Metadaten oder bestehen aus mehr als einer Representation, empfiehlt sich dieses Ingestverfahren nicht. Dublin Core eignet sich vor allem für das Einliefern von unstrukturierten Ressourcen via OAI-PMH, bspw. Hochschulschriften.
Aufbau der Dublin Core-Ordnerstruktur und der dc.xml
Die Ordnerstruktur für einen DC-Ingest ist identisch mit der Ordnerstruktur für einen METS-Ingest, s. dazu Aufbau der METS-Ordnerstruktur. Der einzige Unterschied besteht darin, dass ein DC-Ingest keine ie.xml für die Metadaten verwendet, sondern eine dc.xml, die nur deskriptive Metadaten in DC oder DCTERMS enthält. Die dc.xml mit den deskriptiven Metadaten ersetzt dabei die ie.xml und steht an deren Stelle in der Ordnerstruktur.
Beispiel für eine Dublin Core-Ordnerstruktur - auf der Ebene content, die den Inhalt des SIPs enthält
Die dc.xml enthält lediglich die Elemente <metadata> sowie ein oder mehrere <dc:record>, welche die DC- und DCTERMS-Metadaten der jeweiligen Records abbilden.
<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?> <metadata xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:dcterms="http://purl.org/dc/terms/" xmlns:xsi="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance"> <dc:record> <dc:identifier>1234567890</dc:identifier> <dc:title>Dublin Core Beispiel</dc:title> <dc:creator>Demo, Denise</dc:creator> <dc:subject>Dublin Core Ingest</dc:subject> <dc:description>Beispiel für ein Dublin Core SIP, das nach Rosetta geingested werden kann</dc:description> <dc:publisher>Hochschulbibliothekszentrum des Landes NRW</dc:publisher> <dc:date>2025</dc:date> <dc:rights>https://creativecommons.org/licenses/by-nd/3.0/de/</dc:rights> </dc:record> </metadata>
Optional kann in einem Submission Information Package (SIP) auch ein weiteres dc.xml mitgegeben werden, welches das SIP an sich beschreibt. Dieses liegt in der Struktur neben dem Verzeichnis content, nicht darin.
Weiterführende Infos
Mehr zu DC und DCTERMS ist zu finden unter Deskriptive Metadaten in Rosetta.
Content Structure
Dublin Core-Ingests nutzen die Content Structures SoF.Simple (Set of Files), SoF.Complex oder Dublin Core.
- SoF.Simple nutzt den Set of Files Converter. Pro Nutzdatei im streams-Ordner wird eine IE in Rosetta erzeugt.
nicht empfohlen, da die Dateinamen in Rosetta den Inhalt von <dc:title> überschreiben
- Grund ist, dass mit SoF.Simple mehrere IEs erzeugt werden, es allerdings nur einen Metadatensatz in der dc.xml gibt. Daher wird der Inhalt von <dc:title> mit den entsprechenden Dateinamen überschrieben.
- SoF.Complex nutzt den Set of Files Converter. Alle Nutzdateien im streams-Ordner werden zu einer einzigen IE in Rosetta zusammengefasst.
- empfohlen für halbautomatische Ingests
- Dublin Core nutzt den Dublin Core Converter und eignet sich vor allem für OAI-PMH mit DC-Metadaten, da mehrere DC-Records mit unterschiedlichen Metadaten im selben dc.xml beschrieben werden können. Einzelne Records werden dabei durch die XML-Tags <record></record> voneinander abgegrenzt.
- empfohlen für automatische Ingests mit OAI-PMH
Warnhinweis
Wir empfehlen, nie die Content Structure SoF.Simple zu nutzen.
Bei SoF.Simple wird der Inhalt aus dem Feld <dc:title> in das Feld <dc:alternative> verschoben und stattdessen der Name der Nutzdatei in das Feld <dc:title> eingetragen.
Besonderheiten des DC-Ingests beim OAI-Harvesting
Bei der Nutzung des Ingestverfahrens Dublin Core mit dem OAI-Harvester sind einige Besonderheiten zu beachten:
nur möglich, wenn jede IE aus nur einem File besteht
Der Pfad des Dateispeicherorts muss zwingend im Feld <dc:identifier xsi:type="ContentURL"> stehen, welches per XSLT zusätzlich zu den Metadaten hinzugefügt wird. Dieses Feld muss vor allen anderen Identifiern stehen. Das Attribut xsi:type="ContentURL" dient dazu, den Dateispeicherort im Quellsystem von den eigentlichen Identifiern der Ressource abzugrenzen. Es muss ein entsprechendes XSLT ausgewählt werden, in dem diese Punkte berücksichtigt sind.
- Beim DC-Ingest via OAI-Harvesting ist es möglich, automatisch Metadatenupdates im Quellsystem zu erkennen und diese Updates in Rosetta durchzuführen. Dazu kann das Dropdown-Menü Metadata Update im Harvester Job genutzt werden.
<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?> <metadata xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:dcterms="http://purl.org/dc/terms/" xmlns:xsi="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance"> <dc:record> <dc:identifier xsi:type="ContentURL">www.beispiel-quellsystem/books_01.tif</dc:identifier> <dc:identifier>1234567890</dc:identifier> <dc:title>Dublin Core Beispiel</dc:title> <dc:creator>Demo, Denise</dc:creator> <dc:subject>Dublin Core Ingest</dc:subject> <dc:description>Beispiel für ein Dublin Core SIP, das nach Rosetta geingested werden kann</dc:description> <dc:publisher>Hochschulbibliothekszentrum des Landes NRW</dc:publisher> <dc:date>2025</dc:date> <dc:rights>https://creativecommons.org/licenses/by-nd/3.0/de/</dc:rights> </dc:record> </metadata>
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