- Erstellt von Pia Rudnik, zuletzt aktualisiert von Carmen Sonntag am 05.02.2026 Lesedauer: 3 Minute(n)
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Das LZV-System Rosetta
Ein LZV-System sichert die langfristige Verfügbarkeit digitaler Ressourcen. Zusammen mit der Infrastruktur des hbz ermöglicht Rosetta die bibliotheks- und materialspezifische Einlieferung in einen angebundenen Speicher, von dem aus die Verarbeitung der Ressourcen erfolgt (s. u.). Die Firma Ex Libris hat mit ihrer Software Rosetta ein LZV-System entwickelt, das konform zum international anerkannten OAIS-Modell ist und mit verbreiteten Preservation Standards, wie z. B. PREMIS, arbeitet. Rosetta bietet unter anderem:
- Format Identification - Dateiformate werden anhand einer globalen Formatdatenbank (basierend auf PRONOM) erkannt und registriert
- Format Validation - Prüfung, ob die eingelieferten Dateien dem angegebenen Format entsprechen
- Risk Management - automatisierte Erkennung von Risiken für die die langfristige Nutzung der Dateien
- Format Migration - Konvertierung gefährdeter Dateiformate in langzeitstabiler
eFormate - in Rücksprache mit den Datenproduzent*innen bzw. -besitzer*innen - Exit Strategy - Rückgabe der Daten erfolgt strukturiert und unabhängig von Rosetta in einem offenen und maschinenlesbaren Format
- Plug-Ins - Standardisierte Einbindung zusätzlicher Software, bspw. für Formatvalidierung, Prüfsummenberechnung, usw.
- offen dokumentierte Schnittstellen - Interoperabilität mit Drittsystemen
Weiterführende Infos
Weitere Informationen zu Rosetta finden Sie unter den folgenden Links.
Die LZV-Infrastruktur des hbz
Um ihre digitalen Langzeitverfügbarkeits-Aufgaben umsetzen und erfüllen zu können, steht den Hochschulen in NRW, im Rahmen einer LZV-Kooperation mit dem hbz, das LZV-System Rosetta zur Verfügung. Es ist Teil der am hbz betriebenen technischen LZV-Infrastruktur, die neben dem zentralen Hosting der Rosetta-Instanzen auch die Bereitstellung der benötigten Server und geeigneter Speicherstrukturen umfasst. Rosetta folgt den Empfehlungen der Levels Of Digital Preservation der NSDA.
Nach einer umfassenden Evaluierung der am Markt verfügbaren technischen Systeme, hat das hbz 2017 zusammen mit den Hochschulen des Landes die Software Rosetta als geeignetes LZV-System für diese Aufgaben identifiziert und beschafft. Seit der Implementierung werden sowohl die Personalressourcen, als auch die technische Infrastruktur laufend an die sich ändernden Anforderungen angepasst. Das hbz ist Teil der internationalen Nutzergemeinschaft, die u. a. in spezifischen Arbeitsgruppen einen breiten Austausch über aktuelle Entwicklungen und Lösungsansätze pflegt.
Seitdem die ebenfalls am hbz angesiedelte Landesinitiative Langzeitverfügbarkeit (LZV.nrw) im Jahr 2021 ihre Arbeit aufgenommen hat, wird der kooperative Ansatz zur Nutzung der LZV-Infrastruktur immer stärker gelebt. Die mit dem hbz kooperierenden Hochschulen arbeiten eng mit dem LZV-Serviceteam des hbz zusammen und nutzen das umfassende LZV-Serviceangebot, um ihre digitalen wissenschaftlichen Bestände langfristig interpretierbar zu erhalten. Bestandteil dieses Serviceangebots sind konkrete LZV-Services für bibliothekarische Bestände und Forschungsdaten und eine auf die Bedarfe der NRW-Hochschulen abgestimmte Einarbeitung in das LZV-System und seine Nutzungsmöglichkeiten. Weiterhin gehört die kontinuierliche Beratung und Unterstützung der NRW-Hochschulen bei der Umsetzung ihrer LZV-Vorhaben zu den Aufgaben des LZV-Serviceteams.
Die technischen Merkmale der LZV-Infrastruktur
- Rosetta-Testsystem (Sandbox) - zentrale Rosetta-Instanz zum Testen neuer Einlieferungs-Workflows
- Vier virtuelle Server stehen für Rosetta und die zugehörige Oracle Datenbank zur Verfügung. Das System wird kontinuierlich an die Anforderungen angepasst.
- Rosetta-Produktivsystem - zentrale Rosetta-Instanz zur tatsächlichen Einlieferung der LZV-Datenbestände auf Basis bereits getesteter Einlieferungs-Workflows
- Cluster von acht Servern mit mehreren Hundert Terabyte Verarbeitungsspeicher und Permanentspeicher im Petabyte-Bereich, verwaltet durch ein Hierarchical Storage Management (HSM) und bestehend aus Festplatten und Magnetbändern
- Mandantenfähigkeit - Sowohl Sandbox, als auch Produktivsystem sind für jeden LZV-Kooperationspartner konfigurierbar. Ein ausdifferenziertes Rechte- und Rollenkonzept ermöglicht zunächst eine Abgrenzung der Arbeitsbereiche der Kooperationspartner untereinander und im Weiteren eine Aufteilung der Arbeitsbereiche innerhalb einer Institution.
- Anwendungsfälle - Für jeden Anwendungsfall wird zunächst im Testsystem eine abgeschlossene Konfiguration entwickelt. Nach erfolgreichem Test wird diese auf das Produktivsystem übertragen. Anwendungsfälle sind grundsätzlich nachnutzbar.
- Datentransfer und -speicher - Die LZV-Infrastruktur ermöglicht Datentransfer über einen zentralen Input/Output-Speicher und auf unterschiedlichen Wegen. Vom Quellsystem ausgelöste Uploads sind z. B. mittels rsync und sftp möglich (push). Durch Rosetta veranlasste Downloads bedienen sich u.a. S3 oder http-load (pull). Für Metadaten steht u. a. OAI-PMH zur Verfügung.
- Nutzungslizenz - wird auf Ebene der Intellektuellen Einheit (Intellectual Entity, IE) verankert und sichert die Nachnutzung rechtlich ab
- Eindeutiger Identifikator - stellt die Auffindbarkeit digitaler Objekte sicher, auch über Systemgrenzen hinweg