- Erstellt von Christian Volkenrodt, zuletzt aktualisiert von Dana Geier am 13.01.2026 Lesedauer: 5 Minute(n)
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Deskriptive Metadaten im Kontext Langzeitverfügbarkeit
Deskriptive Metadaten beschreiben eine digitale Ressource inhaltlich und dienen dazu, sie in ihren inhaltlichen Kontext zu setzen und ihre Wiederauffindbarkeit (Information Retrieval) langfristig zu gewährleisten. In der Langzeitverfügbarkeit muss die Inhaltsbeschreibung einer Ressource in Form von Metadaten innerhalb eines Archival Information Packages (AIP) erhalten bleiben. Wer ist beispielsweise der Urheber? Wie lässt sich die digitale Ressource kontextuell einordnen? Wann wurde sie veröffentlicht? Diese und viele andere deskriptive Metadaten sind wichtig, um eine digitale Ressource in Zukunft verstehen zu können.
Bei der Entscheidung, welche deskriptiven Metadaten nach Rosetta übergeben werden, sollten diese Überlegungen berücksichtigt werden.
Weiterführende Infos
Die Dokumentation der Dublin Core Elemente findet sich auf der Seite der Dublin Core Metadata Initiative.
Deskriptive Metadaten in Rosetta
Rosetta verwendet zur Inhaltsbeschreibung digitaler Ressourcen das Metadatenschema Dublin Core (DC). Der Standard ist weit verbreitet und bietet viele Austauschmöglichkeiten, da DC neben Rosetta auch von vielen anderen Systemen und Schnittstellen verwendet wird, z. B. Open Archives Initiative Protocol for Metadata Harvesting (OAI-PMH). Bei der Recherche in Rosetta kann u. a. nach DC-Metadaten gesucht werden.
Je genauer und umfassender digitale Ressourcen durch deskriptive Metadaten beschrieben werden, desto leichter sind sie auch in Zukunft wieder auffindbar und inhaltlich verständlich bzw. verfügbar.
Neben Informationen zum Entstehungskontext enthalten deskriptive Metadaten Informationen zum rechtlichen Status bzw. zur Nutzungslizenz.
Grundsätzlich empfehlen wir unseren Kooperationspartnern, bei der Überführung von digitalen Ressourcen nach Rosetta deskriptive Metadaten möglichst vollständig auf DC zu mappen. Metadaten, die nicht nach DC gemappt werden können, sollten als Source Metadata in Rosetta eingeliefert werden.
Weiterführende Infos
Richtlinien und Empfehlungen zu deskriptiven Metadaten am hbz sind zu finden unter
Warnhinweis
Innerhalb der durch das hbz betriebene Rosetta-Installation muss jede Ressource mindestens folgende deskriptive Metadaten beinhalten:
- dc:identifier:
- eindeutiger Identifikator der digitalen Ressource, z. B. eine URN (Uniform Resource Name) oder ein interner Identifier aus einem Quellsystem
- dient der Wiederauffindbarkeit der Ressource
- dc:rights:
- Rechtehinweis, z. B. ein URI (Uniform Resource Identifier) auf einen passenden Rechtevermerk (z. B. von www.rightsstatements.org)
- ist notwendig, um Zugriffsrechte und Verantwortlichkeiten für eine Ressource zu klären, etwa wenn sie exportiert werden soll oder Mitarbeiter*innen in einer Institution wechseln
Dublin Core in Rosetta
Inhaltlich beschreibende Metadaten werden in Rosetta in DC abgebildet. DC ist ein generischer Standard für deskriptive Metadaten von digitalen Ressourcen. Diesen Standard gibt es in zwei Varianten: Simple DC und DCMI Metadata Terms (DC Metadata Initiative Metadata Terms).
Simple DC enthält 15 Kernelemente (Properties), die allgemeine Eigenschaften einer digitalen Ressource beschreiben. Ein Kernelement beschreibt bestimmte Eigenschaften wie z. B. ein Datum auf allgemeine Weise. So kann mit dem Element dc:date z. B. sowohl ein Erstellungsdatum als auch ein Veröffentlichungs- oder Änderungsdatum beschrieben sein. Kernelemente sind immer mit dem Präfix dc: gekennzeichnet, z. B. dc:title für einen Titel.
DCMI Metadata Terms erweitern die Kernelemente durch eine Reihe von Unterelementen (Sub-Properties bzw. Refinements). Diese dienen dazu, die Kernelemente weiter zu spezifizieren. So lässt sich bspw. das allgemeine Datum (dc:date) bei Bedarf über die Sub-Properties Erstellungsdatum (dcterms:created), Veröffentlichungsdatum (dcterms:available), Änderungsdatum (dcterms:modified) und viele mehr konkretisieren. Durch Nutzung der Unterelemente von DCMI Metadata Terms können Ressourcen also genauer beschrieben werden. Sie sind immer mit dem Präfix "dcterms:" gekennzeichnet, zum Beispiel "dcterms:alternative" für einen Alternativ-Titel.
DC Kernelemente und DCTERMS
Simple DC und DCMI Metadata Terms Elemente
Die Liste zeigt die übergeordneten Simple DC Elemente. Sie können aufgeklappt werden, um die Definitionen und die erweiternden DCMI Metadata Terms Elemente zu sehen.
In Ausnahmefällen können zu Rosetta auch weitere Namespaces für Metadaten hinzugefügt werden, z. B. neue, individuelle dc:terms-Elemente, die nicht den hier aufgeführten Standard-Elementen entsprechen.
| Simple DC-Elemente: |
|---|
Contributor beschreibt eine Entität, die an einer Ressource mitgearbeitet hat, z. B. eine Person, eine Organisation oder Institution. |
Coverage beschreibt den räumlichen oder zeitlichen Bezug einer Ressource, einen Geltungsbereich oder eine Zuständigkeit, bspw. Ortsnamen, geographische Koordinaten, ein Datum, eine Epoche oder administrative Entität. Gut zu wissen Coverage beschreibt, auf welches Thema, welche Zeit, welchen Ort oder Einrichtung sich die Ressource inhaltlich bezieht, nicht den Ort, die Zeit oder die verantwortliche Entität der Veröffentlichung, s. die Elemente Creator, Date oder Subject. |
Creator beschreibt die für die Erstellung der Ressource hauptverantwortliche Entität, ein*e Urheber*in oder Schöpfer*in. Dies kann eine einzelne Person sein, eine Institution, Organisation oder ein Dienst, bspw. ein*e Autor*in, ein*e Fotograf*in, eine Hochschule usw. Gut zu wissen Ein*e Urheber*in ist verantwortlich für die Schöpfung des Inhalts, nicht der Datenpakete oder des SIPs. |
Date beschreibt das Datum eines Ereignisses, das mit der Ressource in Verbindung steht, bspw. das Entstehungsdatum, das Veröffentlichungsdatum usw. |
Description ist eine Beschreibung des Inhalts der Ressource. Dies kann ein Abstract sein, ein Inhaltsverzeichnis, eine grafische Aufbereitung und vieles mehr. |
Format führt entweder das Dateiformat der Ressource auf, oder den Datenträger, auf dem die Ressource gespeichert ist. Auch der Umfang und die Laufzeit der Ressource werden hier aufgeführt. |
Identifier ist die eindeutige Bezeichnung der Ressource, oft in Form einer Nummer oder Zeichenkette. |
Language beschreibt die Sprache des Inhalts der Ressource. |
Publisher beschreibt die Entität, die für das Herausgeben oder Verlegen der Ressource verantwortlich ist, z. B. eine Person, eine Organisation oder ein Dienst. |
In Relation werden Objekte aufgeführt, die mit der beschriebenen Ressource in Beziehung stehen, z. B. verschiedene Editionen, Verweise, Zitationen und so weiter. |
In Rights werden Rechte an der Ressource und weitere rechtliche Informationen aufgeführt. Eine hier hinterlegte Rechteerklärung sollte eindeutig und möglichst genau den urheberrechtlichen und/oder lizenzrechtlichen Status der beschriebenen Ressource darlegen und bestenfalls mit einem eindeutigen Identifikator wie einem Uniform Resource Identifier (URI) ausgewiesen sein. Entsprechende Rechtehinweise mit Erklärungen und URIs finden sich z. B. auf der Seite https://rightsstatements.org/. |
Source beschreibt die Quelle, der die beschriebene Ressource entstammt. Die beschriebene Ressource kann sowohl vollständig, als auch teilweise aus der genannten Quelle hervorgegangen sein. |
Subject beschreibt das inhaltliche Thema der Ressource. Üblicherweise wird das Thema durch Schlagworte, Schlüsselsätze oder Klassifikationsschemata beschrieben. Gut zu wissen Das Thema der Ressource ist abgegrenzt vom zeitlichen und räumlichen Bezug. Diese werden in Coverage beschrieben (siehe oben). |
Title beschreibt den Titel der Ressource bzw. den vergebenen Namen für die Ressource. |
Type beschreibt die Art, Gattung oder das Genre der Ressource, z. B. Hochschulschrift. Gut zu wissen Das Dateiformat, der physische Datenträger und der Umfang werden durch das Element Format beschrieben und sind nicht gleichzusetzen mit dem Typ. |
Recherche nach deskriptiven Metadaten in Rosetta
Rosetta hat sowohl Simple DC als auch DCMI Metadata Terms implementiert. Dies ermöglicht es, sowohl nach allgemeinen Kernelementen (DC) als auch nach spezifischen Unterelementen (DCTERMS) zu recherchieren. In der erweiterten Suche von Rosetta ist es auch möglich, komplexe Suchanfragen mit mehreren Parametern zu erstellen und diese zu verschachteln. Match any entspricht dabei dem Bool'schen Operator OR und Match All dem Bool'schen Operator AND.
Gut zu wissen
Wenn die Suche nach einem Kernelement keine Ergebnisse erzielt, kann das daran liegen, dass die entsprechenden Metadaten in einem Unterelement abgelegt sind. In diesem Fall ist eine gezielte Suche nach DCTERMS nötig. Sollten Sie sich nicht sicher sein, in welchem Unterelement das entsprechende Metadatum zu finden ist, empfiehlt es sich, eine Suchabfrage nach allen Sub-Properties zu erstellen, die zu einem Kernelement gehören.
Beispielsuche mit zwei Parametern