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Administrative Metadaten in Rosetta

Administrative Metadaten allgemein

Administrative Metadaten dienen zur Verwaltung von digitalen Ressourcen in technischen Systemen. Darunter fallen z. B. der Name einer Datei oder ihr Speicherort. Darüber hinaus können administrative Metadaten auch technische Metadaten zur digitalen Ressource (z. B. das Dateiformat), Zugriffsrechte sowie Provenienzmetadaten (Provenance Events) beinhalten. Provenienzmetadaten beschreiben, woher eine digitale Ressource kommt, welche Prozesse sie im Laufe ihres Lebenszyklus durchlaufen hat und ob und wie sie dabei verändert wurde.

Im Gegensatz zu deskriptiven Metadaten dienen administrative Metadaten nicht zur inhaltlichen Beschreibung von digitalen Ressourcen und spielen demnach für das Information Retrieval eine eher untergeordnete Rolle. Administrative Metadaten bilden stattdessen u. a. technische signifikante Eigenschaften digitaler Ressourcen ab und sind damit im Bereich Langzeitverfügbarkeit, insbesondere in der Semantic Preservation, von großer Bedeutung.



Administrative Metadaten im Kontext Langzeitverfügbarkeit

Administrative Metadaten sind eine wichtige Teilmenge der sogenannten Langzeitarchivierungsmetadaten. Sie gewährleisten, dass digitale Ressourcen auch über einen längeren Zeitraum hinweg als authentisch gelten und im Zuge des digitalen Wandels technisch und inhaltlich interpretierbar, darstellbar und damit nutzbar bleiben.

Administrative Metadaten ermöglichen, dass der Lebenszyklus digitaler Ressourcen im Zuge der Langzeitverfügbarkeit durch Nutzende lückenlos nachvollzogen werden kann: So dokumentieren sie u. a. Veränderungen, die an der digitalen Ressource zum Zwecke der Langzeitverfügbarkeit durchgeführt worden sind. Diese werden als Event-Metadaten protokolliert. Administrative Metadaten tragen daher maßgeblich dazu bei, dass digitale Ressourcen auch zukünftig verlässliche und authentische Informationsquellen sind, die dem Vorwurf der Fälschung standhalten können. 

Darüber hinaus werden technische Eigenschaften digitaler Ressourcen festgehalten, die für das Preservation Management benötigt werden. Diese stellen somit die Grundlage für die langfristige technische Interpretierbarkeit und die langfristige Nachnutzbarkeit dar. 

Ein wichtiger Defacto-Standard für Langzeitarchivierungsmetadaten ist das PREMIS Data Dictionary, das in Form des DNX-Metadatenschemas technisch in Rosetta implementiert ist. 

Weiterführende Infos

Informationen zu PREMIS von der Library of Congress:

Preservation Metadata Maintenance Activity (PREMIS)



Administrative Metadaten in Rosetta

In Rosetta sind administrative Metadaten in der Administrative Metadata Section <mets:amdSec> der Rosetta-METS-Datei und in deren Untersektionen <mets:techMD>, <mets:rightsMD>, <mets:digiprovMD>, <mets:sourceMD> verortet. Jede Objektebene verfügt über eine eigene <mets:amdSec>, s. dazu auch Das METS-Metadatenaustauschformat in Rosetta.

In Rosetta bilden administrative Metadaten Eigenschaften von Intellectual Entities (IEs), Representations und Files ab.

Weiterführende Infos

Im Rosetta AIP Data Model finden Sie weiterführende Infos zu administrativen Metadaten in Rosetta.

Das Rosetta AIP Data Model in der Product Documentation



DNX-Metadatenschema für administrative Metadaten in Rosetta

Administrative Metadaten werden in Rosetta im vom Ex Libris entwickelten DNX-Metadatenschema abgebildet (Ausnahme: Source Metadata). 

DNX stellt eine technische Implementierung des PREMIS Data Dictionary für Langzeitarchivierungsmetadaten dar. Es definiert Elemente, die in den administrativen Metadaten verwendet werden dürfen. 


Das folgende Beispiel zeigt den groben Aufbau einer Administrative Metadata Section in Rosetta. 

Der Inhalt der Sektionen rightsMD, sourceMD und digiprovMD ist aus Gründen der Übersichtlichkeit in diesem Beispiel nur mit Platzhaltern dargestellt ( [...] ).


Beispiel-Aufbau einer DNX-Sektion
<!-- Administrative Metadata Section -->
<mets:amdSec ID="ie-amd">
  <!-- Technical Metadata Section -->
    <mets:techMD ID="ie-amd-tech">
      <mets:mdWrap MDTYPE="OTHER" OTHERMDTYPE="dnx">
        <mets:xmlData>
          	<!-- Anfang der DNX-Elemente --> 
			<dnx> 
            <!-- Object Identifier Section -->
			<section id="objectIdentifier">
              <record>
                <key id="objectIdentifierType">OAI</key>
                <key id="objectIdentifierValue">oai:hbz-example.opus:143</key>
              </record>
            </section>
          </dnx>
	       <!-- Ende der DNX-Elemente -->  
        </mets:xmlData>
      </mets:mdWrap>
    </mets:techMD>
	<!-- Rights Metadata Section -->
    <mets:rightsMD ID="ie-amd-rights">
      [...]
    </mets:rightsMD>
	<!-- Source Metadata Section -->
	<mets:sourceMD ID="ie-amd-source-OTHER">
      [...]
    </mets:sourceMD>
	<!-- Digital Provenance Metadata Section -->
    <mets:digiprovMD ID="ie-amd-digiprov">
      [...]
    </mets:digiprovMD>
  </mets:amdSec>

Weiterführende Infos

Weitere Informationen zum DNX-Metadatenschema finden sich im Ex Libris Developer Network und der Rosetta Product Documentation.

Dokumentation des DNX-Metadatenschemas im Ex Libris Developer Network



Technische Metadaten in Rosetta

Technische Metadaten beschreiben physische und logische Eigenschaften von digitalen Ressourcen, darunter z. B. die vom Rosetta-System automatisch vergebenen Identifikatoren (z. B. SIP ID) sowie extrahierte Angaben wie Dateiname und Dateigröße. Auch die Ergebnisse von in Rosetta durchgeführten Dateiformatidentifizierungs- und -validierungsprozessen werden in die technischen Metadaten übernommen. Ebenso werden Prüfsummen (z. B. MD5), die für in Rosetta durchgeführte Integritätschecks relevant sind, als Eigenschaften zur digitalen Ressource in den technischen Metadaten abgebildet.

Technische Metadaten sind in Rosetta als Eigenschaften von IEs, Representations und Files in der <mets:techMD> abgebildet.


Objekt-Ebene in RosettaBeispiele technischer Metadaten in METS-Untersektion <mets:techMD>
Intellectual Entity (IE)
  • Identifiers
  • Control information
  • Retention policy
Representation (REP)
  • Preservation type
  • Usage type
  • Revision Number
File (FL)
  • Significant properties
  • Validation stack outcome


Beispiel für die DNX-Sektionen internalIdentifier und fileFixity in den technischen Metadaten
<mets:amdSec ID="FL100011-amd">
	<mets:techMD ID="FL100011-amd-tech">
		<mets:mdWrap MDTYPE="OTHER" OTHERMDTYPE="dnx">
			<mets:xmlData>
				<dnx xmlns="http://www.exlibrisgroup.com/dps/dnx">
					<section id="objectCharacteristics">
						[...]
					</section>
					<section id="internalIdentifier">
						<record>
							<key id="internalIdentifierType">SIPID</key>
							<key id="internalIdentifierValue">1059</key>
						</record>
						<record>
							<key id="internalIdentifierType">PID</key>
							<key id="internalIdentifierValue">FL100011</key>
						</record>
						<record>
							<key id="internalIdentifierType">DepositSetID</key>
							<key id="internalIdentifierValue">2305</key>
						</record>
					</section>
					<section id="fileFixity">
						<record>
							<key id="agent">REG_SA_JAVA5_FIXITY</key>
							<key id="fixityType">MD5</key>
							<key id="fixityValue">856e4bce3b75553be87fbc388e352d58</key>
						</record>
						<record>
							<key id="agent">REG_SA_JAVA5_FIXITY</key>
							<key id="fixityType">SHA256</key>
							<key id="fixityValue">aa705b29e5a0f663e5e3929233e817542dda536aa5d26b94154dddb921f8817a</key>
						</record>
					</section>					




Zu den technischen Metadaten zählen auch Informationen zu den Preservation Types. Sie geben u. a. Auskunft darüber, ob es sich bei den Representations um die Original-Dateien handelt oder ob es sich um Nutzungskopien handelt. Aktuell stehen als Preservation Types die Typen Preservation Master, Modified Master, Modified Master 02 und Derivative Copy zur Verfügung.

Bei der Vergabe von Preservation Types gilt:

  • Die Original-Representation bildet immer den Preservation Master (max. Anzahl: 1).
  • Eine veränderte Master-Representation wird als Modified Master deklariert (max. Anzahl: 2).
  • Nutzungskopien werden als Derivative Copy in Rosetta verarbeitet und werden nicht im Permanent Storage von Rosetta gespeichert.

Weiterführende Infos

Mehr Informationen zu den verschiedenen Preservation Types sind  im Glossar zu finden.

Glossar wichtiger Begriffe für die Langzeitverfügbarkeit



Zugriffsrechte in Rosetta

Rights Metadata beinhalten DNX-Sektionen für rechtliche Metadaten, u. a. die Access Rights Policy. Diese kann als Teil des jeweiligen Material Flow angelegt oder über das METS beim Ingest mitgegeben werden und ist eine Pflichtangabe.

Rights Metadata werden in Rosetta als Eigenschaften von IEs, Representations und Files in der METS-Untersektion <mets:rightsMD> abgebildet.


Beispiel für die DNX-Sektion accessRightsPolicy in den rechtlichen Metadaten
<mets:rightsMD ID="ie-amd-rights">
	<mets:mdWrap MDTYPE="OTHER" OTHERMDTYPE="dnx">
		<mets:xmlData>
			<dnx xmlns="http://www.exlibrisgroup.com/dps/dnx" version="1.0">
				<section id="accessRightsPolicy">
					<record>
						<key id="policyId">73301</key>
						<key id="policyDescription">Zugriff nur für HBZ gestattet</key>
					</record>
				</section>
			</dnx>
		</mets:xmlData>
	</mets:mdWrap>
</mets:rightsMD>




Gut zu wissen

Nicht zu verwechseln sind die Zugriffrechte in den administrativen Metadaten mit den Rechteangaben in den deskriptiven Metadaten, s. Deskriptive Metadaten in Rosetta.




Provenance Events in Rosetta

Zu den Eventmetadaten gehören z. B. IE-Versionierungen, die beim Hinzufügen von neuen Metadaten oder Representations erfolgen. Als Provenance Events gelten u. a. auch Validierungsprüfungen von Dateien. 

Jedes Provenance Event in Rosetta beinhaltet Angaben zu Producer, Producer Agent oder zu Tools, die ein bestimmtes Event ausgelöst haben, sowie weitere Angaben zum Event, z. B. das Datum.

Eventmetadaten sind in Rosetta als Eigenschaften von IEs, Representations und Files in der METS-Untersektion <mets:digiprovMD> abgebildet.


Beispiel für die DNX-Sektionen Producer, ProducerAgent und Event in den Eventmetadaten
<mets:digiprovMD ID="ie-amd-digiprov">
	<mets:mdWrap MDTYPE="OTHER" OTHERMDTYPE="dnx">
		<mets:xmlData>
			<dnx xmlns="http://www.exlibrisgroup.com/dps/dnx" version="1.0">
				<section id="producer">
					<record>
						<key id="address4">Germany</key>
						<key id="defaultLanguage">en</key>
						<key id="emailAddress">beispiel@hbz-nrw.de</key>
						<key id="firstName">HBZ</key>
						<key id="lastName">Publikationssysteme</key>
						<key id="telephone1">123</key>
						<key id="authorativeName">HBZ Producer METS-Ingest</key>
						<key id="producerId">123456</key>
						<key id="userIdAppId">456789</key>
					</record>
				</section>
				<section id="producerAgent">
					<record>
						<key id="firstName">Denise</key>
						<key id="lastName">Demo</key>
					</record>
				</section>
				<section id="event">
					<record>
						<key id="eventDateTime">2021-01-25 10:47:21</key>
						<key id="eventType">ENRICHMENT</key>
						<key id="eventIdentifierType">DPS</key>
						<key id="eventIdentifierValue">401</key>
						<key id="eventOutcome1">SUCCESS</key>
						<key id="eventDescription">IE has been added to collection</key>
						<key id="linkingAgentIdentifierType1">USER</key>
						<key id="linkingAgentIdentifierValue1">Demo</key>
						<key id="eventOutcomeDetail1">COLLECTION_NAME=Demo Kollektion;COLLECTION_ID=38774398;PID=IE583749;</key>
					</record>
				</section>
			</dnx>
		</mets:xmlData>
	</mets:mdWrap>
</mets:digiprovMD>




Source Metadata (Quellmetadaten) in Rosetta

Die Source Metadata Section beinhaltet Metadaten, die aus ursprünglichen Quellsystemen übernommen wurden, z. B. im MODS-Metadatenschema. Die Source Metadata Section ermöglicht eine vollständige Überführung von Quellmetadaten nach Rosetta. Da diese nicht in einem bestimmten Metadatenschema wie DNX oder Dublin Core vorliegen müssen, ermöglichen sie eine schemaunabhängige Überführung von Metadaten. 

Die Elemente der Source Metadata Section werden in Rosetta nicht feldbasiert indexiert, sondern sind nur im Volltext über das Feld IE/File/REP Source Metadata Content in Rosetta recherchierbar. 

Source Metadaten sind in Rosetta als Eigenschaften von IEs, Representations und Files in der METS-Untersektion <mets:sourceMD> abgebildet.


Warnhinweis

Für die Arbeit mit Rosetta reicht eine Einlieferung von Source Metadaten alleine nicht aus! Zum Zwecke der Recherche und Qualitätssicherung in Rosetta ist außerdem eine Überführung von Dublin-Core-Metadaten in der <mets:dmdSec> notwendig. Dies erfolgt ggf. über ein Metadatenmapping, s. Deskriptive Metadaten in Rosetta.


Beispiel für Source Metadaten auf IE-Ebene (Metadatenschema-unabhängig, hier Beispiel MODS)
<mets:sourceMD ID="ie-amd-source-MODS-1">
	<mets:mdWrap MDTYPE="MODS">
		<mets:xmlData>
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		</mets:xmlData>
	</mets:mdWrap>
</mets:sourceMD>	




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